Sünchinger Taubenmarkt

Geschichtlicher Hintergrund des Sünchinger Sommerkellers

(Bilder von damals - siehe separate Seite)

Das Gelände des Sommerkellers hat seinen Ursprung in der Schlossbrauerei Sünching, wonach das Anwesen bzw. die Tonnengewölbe unterhalb des Gebäudekomplexes zunächst für die Bierlagerung bestimmt waren. In dem Gewölbekeller, in dem sich drei Eisschütten befinden, wurde in der Zeit ohne Elektrizität das Bier der Schlossbrauerei gekühlt. Hierzu wurde im Winter vom Schlossweiher Eis geschnitten und zum Sommerkeller transportiert.

Auszugehen ist ferner, dass im Erdgeschossbereich die Bierfässer gereinigt, gepecht bzw. auch angefertigt, sowie zwischengelagert wurden. Ein erster Bierausschank und somit der Betrieb eines Wirtshauses lassen sich auf das Jahr XX zurückverfolgen.

Sowohl von Regensburg als auch von Straubing aus wurden Sonderzüge nach Sünching eingesetzt, damit auch die Bevölkerung aus den benachbarten Städten am Sommerkeller - einem Ort der Begegnung - einkehren konnten und das süffige Bier in geselliger Runde verkosten konnten.

Dabei diente der Pavillon (Turm) im Erdgeschoss als Verkaufsstand für Brotzeiten und im Obergeschoss spielte eine zünftige Blasmusik auf. Der Eingang zum Tonnengewölbe wurde als Getränkeausschank genutzt.

Aus alten Postkarten ist ersichtlich, dass sich der ursprüngliche Biergarten am Fuße des Kopfbaus befand, wobei zudem eine Nutzung des Innenhofes später sogar durch eine offene Tanzfläche im Freien genutzt wurde.

Der sog. „Sommerkeller“ ist durch die denkmalgeschützte Allee an der Staatsstrasse 2111 mit  dem Schloss Sünching und somit mit der ehemaligen Brauerei verbunden. Die Entfernung beträgt etwa einen Kilometer.

 

Schlossbrauerei Sünching

Das Jahr 1625 gilt als Gründungsjahr der Schlossbrauerei, hingegen bestehen jedoch erste gesicherte Hinweise, die bis ins Jahr 1497 zurückreichen. So findet sich in einem Erbrechtsbrief von 1497 des Joachim von Stauff, Freiherr zu Ehrenfels für den Haimbucher Tafernwirt Andree Khürmayr bereits ein entscheidender Hinweis. Denn dieser durfte Bier aus seinem eigenen Getreide „absieden“ und in Schafhöfen, Mötzing und Haimbuch ausschenken. Der Preis des Bieres wurde von der Herrschaft Sünching bestimmt.

Ein weiterer Hinweis auf die Existenz eines Brauhauses unter Seinsheimischer Herrschaft seit 1573 gibt die im Jahre 1577 erlassene Wein- und Bieraufschlagsinstruktion der Landstände.

1625, in den ersten Jahren des Dreißjährigen Krieges, machte der Bräuverständige Niclaus Gerl „ungefehrliche Überschläg wegen der Bierbrauerei in der Hoff Breustatt zu Sinchingen“.

Erste Bierherstellungs-Lizenzen im Grafen von Seinsheim Archiv finden sich im Schloss Sünching um das Jahr 1632.

1785 stellte der Konferenz- und Kriegsminister Joseph Franz von Seinsheim den bis heute berühmten Brauereiwissenschaftler Benno Scharl als Wirtschafter ein. Er war auch zuständig für die Brauerei. Scharl wechselte später auf den Seinsheim-Besitz Grünbach bei Erding, wo er 1812 verstarb. Am 24. Januar 1839 brennt die Brauerei vollständig ab, wird jedoch im selben Jahr wieder aufgebaut.

Seit dem Bau des jetzigen Brauereigebäudes bis zur Stilllegung der Schlossbrauerei Sünching im Jahr 1971 erfolgten zahlreiche Um- und Ausbauten sowie technische Erneuerungen. Trotz der Umbaumaßnahmen im Zeitraum von 170 Jahren – handelt es sich vermutlich dennoch um die Grundelemente des Baus von 1839/40.

Sünchinger Sommerkeller

Der früheste Beleg über Baumaßnahmen beim Sünchinger Sommerkeller findet sich aus dem Jahre 1779 mit dem Bau des Eiskellers. Jedoch bestehen über die Existenz des Sommerkellers, noch ältere Belege. So die Bierabnahme-Verzeichnisse von 1679 bis 1689, darunter das im „Hardt Keller“ eingelagerte Sommerbier und auch eine Aufstellung von 1869/70 über die im Sommerkeller gelagerte Fass- und Eimerzahl an Bier. Noch bis über den Zweiten Weltkrieg hinaus wurde im Keller Bier eingelagert.

Der Gaststättenbetrieb des Sommerkellers war bis zum Verkauf im Jahre 2005 an Albert Brauneiser über die Jahrhunderte hinweg verpachtet gewesen.

Inhalt: Recherche durch Reinhard Huber, M.A., Gräflich von Seinsheim’sche Rentenverwaltung/Archivar

 

Weitere Informationen zum Sünchinger Sommerkeller erhalten Sie auf unseren Internetseiten unter www.suenchinger-sommerkeller.de